Teneriffa - Montana de Guajara und Teide

Erstellt am: 18.03.2017
Zurück zur Startseite


Tourentyp:   Hochtour
Tourenlänge:   2 Tage
Schwierigkeit:     Leicht/Mittel
Karte:   Teneriffa
Region:   Teneriffa - Canarische Inseln
Hütten:   Rifugio de Altavista
Gipfel:  Montana de Guajara 2718 m, Teide 3718 m

Tourenplaner:   Tscharly
Teilnehmer:  Adolf, Rosi, Gerti, Maria, Michael
Tourentermin:     06. und 08. März 2017
Besonderheiten:  Vulkanbesteigung


Tourenbericht



Eingehtour - Montana de Guajara 2718 m

Es ist März und wir sind ein paar Tage in Teneriffa. Das Wetter ist hervorragend. Wir haben bis zu 25° Celsius, ungewöhnlich warm für die Jahreszeit. Wir wollen während unseres Aufenthalts den Teide besteigen, so machen wir heute eine kleine Engehtour.

Wir fahren mit unserem Mietauto hoch in die Canada und parken beim Parador Nacional de la Canadas 2150 m. Schon die Zuhfahrtstraße auf der Hochebene ist beeindruckend, sie führt durch zerfurchte riesige Lavafelder. Wer hier von der Straße abkommt der hat mal ein Auto gehabt.

Um 10.45 Uhr starten wir unsere Wanderung, zuerst östlich und etwas bergab. Schon nach kurzer Zeit erreichen wir eine Schotterstraße, auf 2100 m, die wir kreuzen. Ab hier steigt der Weg kontinuierlich in angenehmer Steigung an. Nach einer Stunde kommen wir im Sattel Degollada Uncanca 2455 m an, wo wir eine kleine Pause machen.

Danach steigt der Weg nach nur kurzem Abstieg weiter an. Durch einen Einschnitt führt er rauf auf den flachen Gipfelaufbau. Unschwierig wandern wir das letzte Stück zum breiten Gipfel des Guajara 2718 m rauf, um 12.45 Uhr sind wir oben. Hier befinden sich die Reste der ersten Sternwarte der Welt im Hochgebirge, 1856 erbaut. Eine Trockensteinmauer steht noch. Die bietet uns etwas Windschutz, es ist etwas zugig. Trotzdem bleiben wir etwas und genießen die Aussicht auf den Teide und die Insel.


Montana de Guajara 2718 m mit Teide im Hintergrund





Alle anderen teigen auf dem letzten Stück Gipfelzustieg ab und wenden sich dann nach Westen. Ich steig gleich vom Gipfel aus nach Westen ab. Ich finde einen Grünpunkt markierten Pfad dem ich folge, bald sehe ich die anderen von rechts kommen. So sind wir wieder zusammen und folgen weiter dem Weg. Er geht durch eine wilde Landschaft durch Bimssteine und schöne Steinformationen in den Sattel Degollada de Guajara 2359 m.

Degollada de Guajara 2359 m

Von hier aus gehts dann etwas steiler runter bis wir auf die Schotterstraße treffen. Der folgen wir nach links noch mal durch eine tolle Landschaft bis zu der Stelle an der wir sie beim Aufstieg gekreuzt haben. Hier biegen wir rechts ab und folgen noch kurz unserem Zustiegsweg. Um 16.00 Uhr sind wir wieder bei Parador Nacional.

Noch ein paar schöne Bilder im Abstieg





Montana de Guajara 2718 m - Unser Berg





Teide 3718 m


Der Teide ist der höchste Berg Spaniens, der dritthöchste Inselvulkan der Welt, und der höchste Vulkan eines Europäischen Landes. Geographisch gehören die Kanaren allerdings zu Afrika. Da müssen wir rauf, also müssen wir früh raus, also um 4.00 Uhr aufstehen. Wir sind nur zu dritt , der Adolf die Rosi und ich, die anderen wollen mit der Seilbahn nachkommen.

Um 4.45 Uhr fahren wir los, wir müssen wieder in die Canada hochfahren. Vorbei am Parador Nacional folgen wir in der Finsternis weiter der Straße und passieren die Talstation der Seilbahn. Bald darauf nach dem Mirador de Tabonal Negro kommt ein Parkplatz 2350 m, hier stehen schon ein paar Autos. Wir parken und machen uns mit Stirnlampen abmarschbereit. Um etrwa 6.30 Uhr gehen wir los. Links der Straße führt eine breite Schotterpiste nur leicht ansteigend nach oben. Bald setzt die Dämmerung ein, der Weg ist gut, so können wir die Stirnlampen ausmachen und die Morgendämmerung genießen. Bei den Teideeiern - "Los Huevos del Teide" erleben wir einen tollen Sonnenaufgang.


Sonnenaufgang bei den Huevos del Teide um 7.07 Uhr



Auf etwa 2700 m endet die breite Schotterpiste. Nach links weist ein Schild zum Montana Blanca, wir halten uns rechts und steigen jetzt auf einem Pfad weiter auf. Der Weg ist prima angelegt und führt ab jetzt durch wilde Lavalandschaften. Die Steigung hält sich in Grenzen und wir wandern langsam aber kontinuierlich bergan. Es sind nur wenige Wanderer unterwegs, eine Vierergruppe ist hinter uns, eine Bergjoggerin überholt uns. Die Sicht ist gut, die Temperatur am frühen Morgen ist angenehm, nicht zu warm, es geht fast kein Wind. Wir haben einen tollen Tag erwischt, für unsere Besteigung. Zwei kommen uns im Abstieg entgegen. Nach 2 1/2 Stunden Aufstieg erreichen wir um 9.00 Uhr das Rifugio de Altavista 3260 m, hier sitzen ein paar Leute rum, wir setzen uns dazu, in die Sonne.

Auf der Hütte kann man übernachten, viele steigen schon am Vortag ihrer Gipfelbesteigung hierher auf. Von hier ist man in etwa einer Stunde bei der Seilbahn-Bergstation. Wenn man bevor die erste Seilbahn geht, dort ist, also vor 9.00 Uhr, kann man ohne Permit auf den Teide steigen. Für die letzten 150 Hm braucht man nämlich eine Genehmigung, und die muss man sich etwa 2 Monate vorher besorgen, sonst bekommt man keine mehr.

Unser Permit gilt zwischen 11.00 und 13.00 Uhr, deshalb haben wir Zeit. Wir trinken was und essen auch eine Kleinigkeit. Nach und nach verschwinden die Leute, manche steigen weiter auf die meisten steigen ab, bald sind wir alleine. Wir bleiben eine ganze Stunde in der Sonne sitzen, erst um 10.00 Uhr wandern wir weiter dem Gipfel entgegen


Auf dem Refugio de Altavista 3260 m (9.00 - 10.00 Uhr)





Durch wilde Lavalandschaften steigen wir auf und der oberste Vulkankegel des Teide wird sichtbar. Jetzt ist es nicht mehr weit zur Bergstation des Teide. Noch bevor wir die erreichen kommt uns schon Gerti entgegen. Wir wandern gemeinsam das letzte Stück zur Seilbahnstation 3555 m, alle sind da. Doch zuerst machen wir noch mal kurz Pause, die Höhe macht sich trotzdem bemerkbar, die Luft ist hier dünner als auf Meereshöhe.

Um 11.30 Uhr zeigen wir unser Permit vor und steigen die letzten 150 Hm auf einem gut angelegten Weg nach oben, viele Stufen, wir lassen uns Zeit. Das letzte Stück am Kraterrand entlang vorbei an stinkenden Rauchschwaden bis rauf zum höchsten Punkt des Teide 3718 m. Geschafft, um 12.00 Uhr stehen wir auf dem Höchsten Punkt von Teneriffa und Spanien. Das Wetter ist noch immer gut, fast kein Wind und eine schöne Aussicht. Bis Afrika können wir zwar nicht schauen, dafür ist es etwas zu diesig, aber das macht nichts. Es hat sich gelohnt.


Teide 3718 m



Wir verlassen den Gipfel und wandern runter zur Seilbahn, die wir aber nicht nehmen. Alle Gipfelaspiranten wollen zu Fuß absteigen, das sind ca. 1600 Hm im Abstieg. So nehmen wir den Weg Richtung Pico Viejo 3135 m unter die Sohlen. Das erste Stück bis zum Mirador Pico Viejo kommen uns noch Seilbahntouristen mit Halbschuhen entgegen, danach treffen wir kaum noch Leute. Der Abstieg ist unwegsamer als der Aufstieg war, führt aber durch abwechslungsreiches Gelände mit verschiedenen Farbschattierungen. Auch der Blick in den riesigen Krater des Pico Viejo mit 800 m Durchmesser ist beindruckend.

Pico Viejo 3135 m





Unterhalb des Pico Viejo sind wir noch immer auf 3000 m, hier müssen wir links abzweigen. Im Abstiegsverlauf müssen wir so manche Lavahalde mit leichten Gegenanstiegen queren. Ganz zum Schluss läuft es eben aus, noch vorbei an den Roques de Garcia. Um die zu sehen lassen sich die Leute haufenweise mit Bus hier raufkarren.

Roques de Garcia





Nach 4 1/2 Stunden Abstieg sind wir um 17.00 Uhr wieder unten beim Parador Nacional 2150 m. Für uns Drei war´s ein langer Tag, aber auch ein schöner Tag. Der Weg war die Mühen wert, wie meist bei einer Bergtour.

Den Adolf hatten wir als Vorhut runtergeschickt, der springt noch wie eine Gams den Berg runter. So konnte er mit Michael und Vroni (Die waren mit der Seilbahn runtergefahren) schon mal unser Auto vom Ausgangspunkt unserer Tour holen. So können wir nun alle im Parador einkehren - Ein Bier haben wir uns jetzt verdient - Glaub ich.